
Vier Studierende aus Dresden, Hannes, Carlotta, Josie und Jannik, haben ein besonderes Abenteuer geplant: Sie möchten mit ihrem Trabant 601, Baujahr 1989, bis zum Polarkreis fahren. Der Trabi, bekannt für seine einfache Technik und das charakteristische Design, hat eine beeindruckende Geschichte hinter sich. Bereits in der DDR galt er als das am häufigsten verbreitete Fahrzeug und wurde von VEB Sachsenring in Zwickau zwischen 1964 und 1990 produziert. Insgesamt 2.818.547 Exemplare des Trabant 601 wurden gebaut, was ihn zu einem Symbol der ostdeutschen Automobilindustrie machte, oft als Ostdeutschlands Antwort auf den VW Käfer bezeichnet, wie mdr.de berichtet.
Der Trabi der Studenten hat eine Laufleistung von 60.000 Kilometern und wurde für 1.600 Euro vor zwei Jahren über Kleinanzeigen erworben. Die erste große Reise führte nach Rom, wo der Motor ersetzt werden musste. Unterstützt wurden sie dabei von dem Buch „Wie helfe ich mir selbst“, das hilfreiche Tipps für Pannen und Reparaturen bereithält.
Auf zur großen Reise
Die Gruppe plant, Mitte Februar 2025 in die Reise zu starten. Ihre erste Etappe führte sie nach Lübeck, wo die Freude am Abenteuer aber auch mit Herausforderungen verbunden war. So gab es Probleme mit der Zündleitung, die kreativ mit Alufolie, Klebeband und Kabelbinder repariert werden mussten. Nach einem Aufenthalt in Lübeck setzte die Truppe ihre Reise fort, nahm die Fähre von Hirtshals (Dänemark) nach Kristiansand (Norwegen) und wurde von einer Gastfamilie in der Nähe von Oslo freundlich empfangen.
Die Entscheidung, bis zum Polarkreis weiterzufahren, war für die Studierenden ein aufregender Schritt. Der Polarkreis markiert die Grenze zur Arktis, wo die Sonne einmal jährlich nicht aufgeht und nicht untergeht. Trotz der eisigen Winde und Temperaturen bis minus 17 Grad Celsius funktionierte der Trabant erstaunlich gut. Ab Trondheim setzten sie ihre Reise nur noch zu dritt fort und durchquerten die beeindruckenden skandinavischen Landschaften.
Der Trabant 601 – Ein Stück Geschichte
Der Trabant 601 war nicht nur ein einfacher Kleinwagen, sondern auch ein Symbol des Alltags in der DDR. Er verfügte über einen wartungsarmen Zweitaktmotor, der ursprünglich auf einem Vorkriegs-DKW basierte, und hatte eine Höchstgeschwindigkeit von 107 km/h. Trotz seiner als veraltet geltenden Technik zu den 1980er Jahren, war der Trabant bekannt für seine Robustheit und wurde oft als zuverlässiges Fahrzeug geschätzt. Besonders die nostalgische Bindung vieler Trabant-Besitzer an ihre Fahrzeuge ist bemerkenswert, wie Wikipedia anmerkt.
Nach etwa zwei Wochen erreichten die vier Studenten ihr Ziel im hohen Norden. Auch die Rückfahrt über Schweden verlief reibungslos, und der Trabi war nach der Reise wieder in Dresden fahrtüchtig. Aktuell plant die Gruppe keine neuen Reisen, sondern gönnt dem Trabi eine wohlverdiente Pause.